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Rotator jetzt mit Klemmung

Unser erster Rotator war der MiniRotor. Mit unter 100 Gramm und 44mm Basis-Durchmesser ist er nach wie vor die kleinste Panoramaplatte mit einstellbarer Rastung auf dem Markt. Seine Rastung in der Abstufung R8-R10-R12 ist auf den Einsatz mit spiegellosen Systemkameras und Kompaktkameras ausgelegt. Er ist heute fester Bestandteil des Kompakt-Sets.
Im Frühjahr 2011 entwickelten wir dann den härter rastenden Rotator ebenfalls mit der Rastung R8-R10-R12, der für alle Spiegelreflex-Kameras und generell auch am MultiRow zum Einsatz kommt.
Lässt man bei den Aufnahmen jede zweite Rastposition aus, hat man auch die Rastungen R4-R5-R6 zur Verfügung. Die Panoramaplatten decken so den Bereich kompletten Bildwinkelbereich vom Fisheye bis 35mm (bezogen auf Kleinbildformat) ab.
Vor allem die Leica-M-Kunden wünschten aber zusätzliche Rastpositionen für den Einsatz der 50mm und 75mm-Objektive. Daher statten wir inzwischen den Rotator optional mit den Rastungen R8-R10-R12-R16 und der "Universalrastung" R24 aus und gaben dieser Version den Namen Rotator "plus".

Eigentlich, so glaubten wir, sei damit der Bedarf an präzise rastenden Panoramaplatten abgedeckt. Die verfügbaren Raststufen decken den Bereich von Fisheye bis zum Portrait-Objektiv ab. Alle unsere Panoramaplatten sind auf minimale Abschattung im Nadir optimiert, also voll Fisheye-tauglich: Sie sind völlig rotationssymmetrisch aufgebaut und es gibt keine radial abstehenden Teile, die bei Fisheye-Aufnahmen mit 180° vertikalem Bildwinkel oder bei Verwendung eines multi-row-Systems störend im Bild erfasst werden.

Doch wir erleben es ständig, dass Kunden, vor allem Panorama-Neulinge, mit 3, 4 oder noch mehr (Zoom-)Objektiven Panoramafotografie betreiben wollen. In dem Fall ist die Verwendung eines rastenden Rotators tatsächlich wenig praktikabel, insbesondere dann, wenn man die Rastung nicht einfach mit Hilfe eines Drehknopfes wählen kann. Diese Kunden haben wir bisher auf die nicht rastenden Panoramaplatten von Berlebach, FLM und Novoflex verwiesen. Entsprechend haben sich einige dann auch dafür entschieden. Nicht wenige haben es sich dann aber bald anders überlegt und dann doch auf die Verwendung mehrerer Objektive verzichtet - und sich dann auch noch den präzise rastenden Rotator zugelegt.

Die Sinnhaftigkeit einer Panoramaplatte ohne Rastung, dafür aber mit Klemmung, ist für den Einstieg in die Panoramafotografie sehr wohl gegeben. Die "normale Entwicklung" eines Panoramafotografen führt aber in den meisten Fällen zur Reduktion der Objektivauswahl auf 1-2 Objektive mit Fest-Brennweite - und oft zum Fisheye. Und dann sind unsere präzise rastenden Rotatore optimal einzusetzen. Dann erleichtern und beschleunigen sie die Arbeit ungemein.
Immer wieder haben uns Kunden angesprochen und angeregt, den rastenden Rotator doch zusätzlich mit einem nicht rastenden aber klemmbaren Betriebsmodus zu versehen. Eine Winkelskala sei gar nicht notwendig, da man den erforderlichen Bildüberlapp ohnehin leichter per Sucher oder Live-View einstellt. 

Tatsächlich sahen wir lange für zusätzliche Features keinen Platz im Rotator.
Und eine radial abstehende Komponente wie ein Klemmhebel, der den rotations-symmetrischen Aufbau stört und die Abschattung im Nadir bei voll sphärischen Panoramen vergrößern könnte, war für uns zunächst ein "No-Go". 

Rotator III - so wird er aussehenAber das Thema hat uns keine Ruhe gelassen.
Wir haben lange per CAD probiert, simuliert, reduziert und optimiert. 
Und siehe da - wir können den Rotator ohne die äußeren Abmessungen und das Gewicht zu vergrößern und ohne die Rastung zu verändern, mit einer Klemmung versehen. Und natürlich bleibt auch die integrierte Libelle da, wo sie hingehört.

Die Konstruktion ist fertig und in Produktion.


Der neue Rotator III wird folgende Merkmale aufweisen:

  • Basis-Durchmesser 44mm
  • maximaler Durchmesser 52mm
  • gesamte Höhe 22mm
  • Masse 110 Gramm
  • integrierte, einjustierte Libelle
  • aktivierbare Raststufen R8, R10 und R12
  • Rastung auf Wunsch "weich" oder "hart" (gemischte Konfiguration ist möglich)
  • Klemmung mittels radialer Rändelschraube
  • kugelgelagerte Drehplatte mit universellem 1/4"-Kameragewinde und 4KISS-Aufnahme
  • stativseitig zentrales 3/8"-Gewinde mit 1/4"-Übergang und bewährter Verdrehsicherung

Optional lässt sich die Panoramaplatte mit bis zu drei Rastelementen bestücken.
Bei Vollausstattung muss beim Wechsel der Raststufe kein Federdruckstück versetzt werden. Die Rastung des Rotator III ist genauso ausgelegt wie beim Rotator: Die Raststufen R8-R10-R12 decken den kompletten Bereich vom Fisheye bis zum 35mm-Objektiv ab. 
Die Abschattung im Nadir eines voll sphärischen Panoramas wird mit dem Rotator III kaum größer als beim Rotator, der natürlich weiter im Programm bleibt.  

Ohne Aktivierung der Rastung lässt sich die Drehplatte frei drehend betreiben und in jeder Winkelposition spielfrei fixieren. Die zur Klemmung dienliche, radial positionierte Rändelschraube wird bis 140° vertikalem Bildwinkel, also selbst bei Verwendung eines Fullframe Fisheyes am KISS, nicht im Bild erfasst. Im Rast-Modus kann man sie entfernen, wenn man bei voll sphärischen Panoramen die Abschattung im Nadir minimal halten möchte. 

Wie alle unsere Panoramaköpfe ist auch der Rotator III mit der 4-Punktbefestigung 4KISS für alle unsere Nodalpunktadapter (KISS, SLANT, MultiRow) ausgestattet. Die integrierte und genau einjustierte Libelle bleibt auch dann einsehbar, wenn diese Nodalpunktadapter montiert sind. Das 1/4"-Zentralgewinde nimmt bei Bedarf einen 1/4"-Gewindestift oder ein 1/4"-3/8" Doppelgewinde auf, so dass sich alle marktgängigen Panoramasysteme montieren lassen.

Der Rotator III ist ein sehr universeller, kompakter Panoramakopf, der sich wahlweise mit präziser, einstellbarer Rastung oder als frei drehende Panoramaplatte mit Klemmung betreiben lässt. 

Der Rotator III wird als Gebrauchsmuster geschützt im August 2013 verfügbar sein.

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