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ungeahnte Fehlermöglichkeit
Verfasst von ehopf am 23. Juni 2011 - 15:22
Panoramafotografie bietet mehr Fehlermöglichkeiten als jedes andere Genre der Fotografie. Um auf diesem Gebiet erfolgreich einzusteigen, gibt es nur eine Empfehlung: "Variabilität reduzieren" und so viele Fehlermöglichkeiten wie möglich systematisch ausschließen. Das gelingt bei der Aufnahmetechnik z.B. durch
- starres Panoramasystem
- Benutzung einer Festbrennweite
- manuellen Fokus (am besten "getaped")
- manuelle Belichtung
- Verzicht auf Filter (z.B. Polfilter)
- usw.
Die Verwendung eines rastenden Rotators eliminiert z.B. die Fehlerquelle, dass der Bildüberlapp zu klein gewählt wird. Theoretisch zumindest.
Voraussetzung ist natürlich, dass die Rastung passend zum Bildwinkel der Kamera eingestellt ist. Wir liefern daher den MiniRotor und den Rotator mit einer Tabelle aus, in der Brennweite, Bildwinkel und die für die Kamera des Kunden richtige Rastung eingetragen ist. Zudem verweisen wir auf den "PanoCalculator" im Internet, mit dessen Hilfe sich jeder die erforderliche Anzahl von Aufnahmen für seine Kamera berechnen lassen kann.
Letzte Woche haben gleich zwei Kunden innerhalb einer Woche darauf hingewiesen, dass die empfohlene Rastung für ihre MFT-Kamera nicht den erwarteten Bildüberlapp liefert. Was ist passiert, wie gibt es das ?
Kamera: Lumix G-Modell
Objektiv: 20mm Pancake
empfohlene Rastung: 12 (also 12 Aufnahmen auf 360°)
Jeder Kunde versichert: ich habe die Rastung richtig eingestellt, aber die Bilder überlappen trotzdem nicht.
Die Lumix G-Modelle haben eine Sensorgröße von 17,3mm x 13,0mm bei 4k x3k Pixeln.
Bei der Brennweite von 20mm und der Kamera in Hochformatposition beträgt der dann horizontale Bildwinkel genau 36°. Bei einer 12er Rastung errechnet der PanoCalculator einen Bildüberlapp von 17% - das ist nicht üppig aber bei nicht ganz monotonen Sujets ausreichend.
Aber die Kunden sehen KEINEN Überlapp !?
Meine Frage, ob die Kamera auch für Videos genutzt wird, bringt die Erklärung.
Diese MFT-Kameras sind sogenannte "multi-Aspekt Kameras", bei denen das Seiten-verhältnis von 4:3 auf 3:2 oder 16:9 umgestellt werden kann. Video-Filmer nutzen gerne das 16:9-Format. Dabei wird das 12 Megapixel-Bild oben und unten so beschnitten, dass eine Bildröße von 4000x2248 Pixeln ausgelesen wird.
Die genutzte Sensorgröße beträgt also nur noch 17,3mm x 9,74mm und der horizontale Bildwinkel in Hochformatposition ist dann laut PanoCalculator auf 27,4° reduziert.
Die empfohlene 12er Rastung am Rotator erzeugt aber 30°-Schwenks - folglich haben die Bilder keinen Überlapp mehr.
Diese Fehlermöglichkeit bei der Panoramaaufnahme war mir in meiner langjährigen Panoramapraxis noch nicht untergekommen. Dass gleich zwei Kunden innerhalb einer Woche auf das selbe Problem aufmerksam machten, ist Grund genug, diese ungeahnte Fehlerquelle hier zu beschreiben.
Die Empfehlung ist klar:
für's Pano immer die maximale Sensorgröße (in der Regel 4:3 -Format) auslesen !


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